Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser Das AKG-Stufenmodell

Unser Lösungsansatz für eine Struktur- und Finanzierungsreform der Deutschen Krankenhauslandschaft und die Auflösung der Pattsituation zwischen Bundes- und Landeszuständigkeiten

  

Das Gesundheitssystem ist im Wandel

Trotz kurzfristiger Hilfen während der Corona-Pandemie stehen die Krankenhäuser in Deutschland zunehmend unter wirtschaftlichem Druck, da die Länder ihren Investitionsverpflichtungen seit Jahren nicht nachkommen.1 Krankenhausleitungen sind daher gezwungen, Gelder für Investitionen zu nutzen, die eigentlich für die medizinische und pflegerische Versorgung der Patient*innen gedacht sind. Der Bund versucht gleichzeitig mit immer höheren Anforderungen und Regeln, die Qualität der stationären Gesundheitsversorgung zu verbessern. Die Folge: Ungeplant stehen immer mehr Krankenhäuser vor dem Aus – unabhängig davon, welche Bedeutung sie für die Versorgung haben.2 Diese Form der indirekten Strukturbereinigung lehnen wir ab und fordern eine kombinierte Struktur- und Finanzierungsreform als gemeinsame Kraftanstrengung von Bund und Ländern.

1DKG (2021): Bestandsaufnahme zur Krankenhausplanung und Investitionsfinanzierung in den Bundesländern 2020, S. 87 ff.
2Augurzky, Dr. Boris; Krolop, Dr. med. Sebastian; Pilny, Dr. Adam; Schmidt, Prof. Dr Christoph M.; Wuckel, Christiane (2021): Krankenhaus Rating Report 2021. Mit Wucht in die Zukunft katapultiert. 1. Aufl. Heidelberg: medhochzwei


  

Lösung: Klare Verantwortungsteilung

Für die AKG-Kliniken liegt die Lösung in einer qualitätsorientierten Krankenhausplanung mit einem System aus aufeinander aufbauenden Versorgungsstufen. Wir sind davon überzeugt, dass nur so eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in allen Lebenslagen mit einem nachhaltigen und tragfähigen Ressourceneinsatz sichergestellt werden kann. Große Krankenhäuser nehmen dabei eine zentrale Steuerungsfunktion für ihre jeweilige Region ein. Diese Häuser bündeln aufgrund ihrer Größe und der regionalen Verankerung rund um die Uhr die fachliche und technische Expertise für alle komplexen Anforderungen der modernen medizinischen Versorgung. Eine eigene Analyse unserer Mitgliederhäuser zeigt: 8 von 10 Standorten nehmen an der umfassenden Notfallversorgung teil; große kommunale Krankenhäuser haben durchschnittlich 22 Fachabteilungen; insgesamt liegt der Durchschnitt aller Krankenhäuser bei 6 Fachabteilungen.


Grundlage des AKG-Konzeptes ist eine bundesweit einheitliche Definition von Anforderungen an verschiedene Versorgungsstufen in Anlehnung an die Regelungen zu einem gestuften System von Notfallstrukturen in Krankenhäusern (G-BA 2018):


  

Konkret: Unser Vorschlag zur Umsetzung

Das Stufenmodell der AKG sichert die Gesundheitsversorgung und Qualität der Behandlung trotz begrenzter finanzieller und personeller Mittel. Die klar definierten Versorgungsrollen sollen mit einer Festlegung von klar definierten Leistungen aus dem bestehenden DRG-Katalog einhergehen. Wir schlagen ein Mischmodell aus mengenunabhängiger Basisvergütung (Strukturpauschalen) in Abhängigkeit von der jeweiligen Versorgungsstufe und leistungsbezogener Vergütung (Rest-DRGs) vor. Eine stabile und qualitative Gesundheitsversorgung fußt schließlich auf der Bereithaltung von Versorgungsangeboten und nicht ausschließlich auf der Zahl der behandelten Patienten. Dazu gehört auch, dass die pflegerischen Leistungen, entsprechend des tatsächlichen Versorgungsbedarfes, in der Vergütung Berücksichtigung finden.



"In den nächsten zehn Jahren wird es mehr denn je um die Frage gehen, wie Patienten optimal und gleichzeitig effizient versorgt werden können. Die Vision der AKG geht auf diese Herausforderungen ein und gibt zielführende Antworten. Das Stufenmodell zeigt, welche Maßnahmen in der nächsten Legislaturperiode nötig sind." Prof. Dr. Boris Augurzky, RWI

 

"Die Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser sieht zu Recht die Gefahr einer „indirekten Strukturbereinigung“, weil ungeplant – und unabhängig davon, ob sie für die Versorgung eigentlich gebraucht werden – Krankenhäuser geschlossen werden. Sie hat mit ihrem Stufenmodell einen sehr konstruktiven Lösungsvorschlag vorgelegt, der die Krankenhausstrukturen zielgerichtet weiterentwickeln möchte. Ich hoffe, dass das Modell Eingang in die Diskussion der politischen Entscheider auf Bundes- und Landesebene finden wird. Denn Krankenhausplanung ist eine der zentralen Fragestellungen für die zukünftige medizinische Versorgung.“ Prof. Josef Hecken, Unparteiischer Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)

"Mit ihrem Dreistufen-Modell bringt die Allianz Kommunaler Krankenhäuser einen interessanten Vorschlag in die Diskussion zur Zukunft der flächendeckenden Versorgung ein. Mit diesem Modell wird eine nachhaltige und zukunftsfähige Krankenhauslandschaft greifbar. Wichtig ist es, jetzt noch dem direkten Anschluss an die ambulante Versorgung Gestalt zu geben. Gerade Häuser in der Stufe der Basisversorgung könnten hier in gemeinsamer Verantwortung mit der Vertragsärzteschaft zielführende Konzepte auch im Sinne der Deutschen Gesellschaft für Integrierte Versorgung (DGIV) anbieten. Der Gesetzgeber ist aufgefordert auch hierfür den passenden Rahmen zu setzen.“ Dr. Albrecht Kloepfer, Geschäftsführendes DGIV-Vorstandsmitglied


Aufgaben auf Bundesebene

  • Versorgungsrollen bundesweit einheitlich definieren
  • Regeln und Anforderungen für jede Stufe definieren
  • Einheitliche Vorhaltepauschalen im DRG-System integrieren

Aufgaben auf Länderebene

  • Krankenhausplanung reformieren
  • Versorgungsstufen in Krankenhausplanung aufnehmen
  • Versorgungsaufträge konkretisieren
  • Investitionsmittel nach Versorgungsstufen vergeben

Das AKG-Stufenmodell

Unser Lösungsansatz für eine Struktur- und Finanzierungsreform der Deutschen Krankenhauslandschaft

 

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Über die Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser

Die AKG vertritt Interessen der Großkrankenhäuser und Krankenhausverbünde in Deutschland. Wir sind das Sprachrohr für einen Anteil von über 9 % der gesamtdeutschen Krankenhausversorgung. Gut 1,8 Millionen Patienten im Jahr werden in den Häusern der AKG-Kliniken von über 120.000 Mitarbeitenden vollstationär behandelt. Unsere Mitglieder sind Maximalversorger in kommunaler Trägerschaft und decken damit das gesamte medizinische Spektrum ab. Als kommunale Krankenhäuser erbringen die Mitglieder der AKG-Kliniken eine wichtige Leistung für die Versorgung der gesamten Bevölkerung, von der Grund- bis zur Maximalversorgung. Damit leisten sie einen wichtigen gesundheitspolitischen Beitrag.