Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser Aktuelles

Struktur- und Finanzierungsreform liefern Beitrag zur Reduzierung des Pflegepersonalmangels

Bedarfsgerechter Einsatz: Strukturreform

Wertschätzung: Finanzierungsreform

AKG-Podcast erklärt die Zusammenhänge von Politik und Versorgungsalltag

 

PPUGV verhindert bedarfsgerechte Verteilung des Pflegepersonals

Fehlendes Pflegepersonal wird immer häufiger zum Treiber eines ungesteuerten Strukturwandels in der Krankenhauslandschaft. Die personalbedingten Einschränkungen in der Versorgung bringen immer mehr Krankenhäuser an den Rand der Existenzfähigkeit. Die Vorschläge der Regierungskommission werden kurzfristig keine Entspannung liefern können. Mit der Einführung der PPR2.0 wollte die Ampelkoalition gleich zu Beginn der Legislatur ein starkes Zeichen setzen. Wann diese tatsächlich implementiert wird, ist weiterhin ungewiss. Dieses Vakuum wird nun mit wilden Spekulationen und immer emotionaler geführten Debatten über geeignete Maßnahmen und Instrumente gefüllt. Die Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser e.V. (AKG-Kliniken) appelliert an die Bundesregierung, eine Reform der Pflege gemeinsam mit einer kombinierten Struktur- und Finanzierungsreform anzugehen.

 

AKG-Podcast vermittelt zwischen Politik und Versorgungsalltag

Eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen durch das Pflegebudget und die Pflegepersonaluntergrenzen wird von den Pflegenden in den Krankenhäusern bisher nicht wahrgenommen. Das erlebt auch Norbert Klötzke-Zebrovski, Intensivkrankenpfleger eines kommunalen intensivmedizinischen Maximalversorgers, und schildert seine Erfahrungen im neuen Podcast „Politik trifft Wirklichkeit“ der AKG-Kliniken. Angesichts der schleppenden Verhandlungen mit den Krankenkassen zum Pflegebudget und dem leergefegten Arbeitsmarkt für Pflegekräfte kann diese Botschaft kaum überraschen. Gleichzeitig wird deutlich, dass insbesondere das Intensivpflegepersonal bei den Maximalversorgern mit besonders vielen Corona-PatientInnen nach fast zwei Jahren Pandemie besonders belastet bleibt. Die turnusgemäße Verschärfung der Pflegepersonaluntergrenzen in diesem Bereich kann die Situation für das Personal nur wenig verbessern.

„Wir müssen anerkennen, dass nicht alle Intensivstationen, die heute pflichtgemäß Personal bereithalten, zu einer qualitativ hochwertigen Versorgung beitragen“, beschreibt Nils Dehne, Geschäftsführer der AKG-Kliniken die Situation aus der volkswirtschaftlichen Perspektive. Das gilt für die Versorgung von Corona-PatientInnen genauso wie im Regelbetrieb. Aus Sicht der Pflegekräfte auf den Intensivstationen stellt sich die Situation wie folgt dar: „Durch die Personaluntergrenzen in ausgewählten Bereichen, wird das Pflegepersonal nach völlig versorgungsfernen Aspekten zwischen den Intensivstationen und den IMC-Stationen hin- und hergeschoben“, sagt Klötzke-Zebrovski. Die Problematik ergibt sich dabei aus der institutionellen Betrachtung des Pflegepersonals. So wird eine unfallchirurgische Station in einem kommunalen Maximalversorger bei den Pflegepersonaluntergrenzen genauso bewertet, wie eine Unfallchirurgie in einer Sportklinik. Dabei ist das Patientenklientel und damit der Pflegebedarf grundverschieden. „Krankenhaus ist eben nicht gleich Krankenhaus“, betont Dehne. „Wir brauchen eine Debatte über den richtigen Versorgungsbedarf und die bedarfsgerechte Verteilung des Personals zwischen den verschiedenen Krankenhäusern“, appelliert er im AKG-Podcast.

 

Pflege braucht gesetzliche Verankerung als Leistungsbereich im Krankenhaus

Die AKG-Kliniken fordern die Anerkennung pflegerischer Leistungen als eigenen Erlösbeitrag in der Krankenhausvergütung. Dabei soll die Pflege dort vergütet werden, wo sie besonders intensiv zum Einsatz kommt. Nur so kann eine bedarfsgerechte Verteilung der knappen Personalressourcen sichergestellt werden. Entsprechende Instrumente müssen zügig entwickelt werden und mit einer gesetzlichen Verankerung pflegerischer Tätigkeiten einhergehen. Die Bedeutung des Pflegebudgets hält Dehne angesichts der aktuellen Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen für überbewertet. Mit der Einführung von Vorhaltepauschalen ist die Zukunft des Pflegebudgets neu zu bewerten. Fallunabhängige Pauschalen tragen dazu bei, dass sich die Krankenhäuser entsprechend ihrer Versorgungsrolle auf das Wesentliche fokussieren können. Eine kombinierte Struktur- und Finanzierungsreform ist deshalb aus Sicht der AKG-Kliniken ein wichtiger Beitrag für eine nachhaltige Lösung des Pflegepersonalmangels.

Politik trifft Wirklichkeit: Wir werfen nicht nur einen Blick hinter die Kulissen: wir hören genau zu! Im neuen AKG-Podcast diskutieren wir mit & über die Pflege. So schaffen wir Verständnis füreinander! Reinhören lohnt sich: https://tinyurl.com/PolitiktrifftWirklichkeit

 

Pressekontakt

Arbeitsgemeinschaft Kommunaler Großkrankenhäuser e.V.

Pressesprecher: Steffen Ellerhoff

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E-Mail: steffen.ellerhoff@akg-kliniken.de