Arbeitsgemeinschaft kommunaler Großkrankenhäuser Aktuelles

Daseinsvorsorge bewährt sich in der Krise

Kommunale Großkrankenhäuser übernehmen Verantwortung und zeigen ihre herausragende Versorgungsrolle

Daseinsvorsorge ist keine Einbahnstraße

Finanzierungsinstrumente zurzeit ohne ausreichende Differenzierung

Krise offenbart Notwendigkeiten und Lösungsansätze für die Weiterentwicklung der Versorgungslandschaft

 

Selten war das Gesundheitswesen in Deutschland so im Fokus, wie in der aktuellen Krisenlage. „Die gute Nachricht ist, die Krankenhausversorgung in Deutschland funktioniert, wenn es darauf ankommt. Die Krise offenbart aber auch den notwendigen Veränderungsbedarf von Finanzierung und Strukturen sowie mögliche Lösungsansätze“, ordnet Dr. Matthias Bracht, Vorstandsvorsitzender der AKG die aktuelle Entwicklung ein. Kommunen und Länder nehmen derzeit eine aktive Rolle in der Planung und Organisation der Versorgungslandschaft ihrer Regionen ein. Die Krankenhäuser arbeiten entsprechend ihrer jeweiligen Versorgungsmöglichkeiten eng zusammen. Der Unterstützungsbedarf bei der Liquiditätssicherung und der Ausstattung mit Schutzmaterial ist auf der Bundesebene angekommen. Die Bevölkerung erkennt die außerordentliche Leistung der relevanten Akteure durch öffentliche Unterstützung an. „Endlich versteht wieder jeder, was Daseinsvorsorge bedeutet“, bringt Helmut Schüttig, Geschäftsführer der AKG die Gemengelage auf den Punkt.

Der Begriff Daseinsvorsorge hatte selten eine so tiefe Berechtigung wie in diesen Wochen und Monaten der Pandemie. #WirFürEuch veranschaulicht den eigenen Anspruch der AKG-Kliniken. 40 % der Intensivbetten in Deutschland sind in großen öffentlichen Krankenhäusern zu finden. Die AKG-Kliniken haben Ihre Kapazitäten in der Krise bereits deutlich erhöht und damit ihre Bedeutung für die überregionale Versorgung weiter ausgebaut. Das wird auch dadurch deutlich, dass zwei von drei AKG-Kliniken derzeit eine koordinierende Rolle zur Bewältigung der Pandemie im Auftrag einer staatlichen Institution wahrnehmen und gleichzeitig an dem Aufbau zusätzlicher Behelfskrankenhäuser mitgewirkt haben.  

„Die kommunalen Großkliniken zeigen gerade in der Krise ihre herausragende Versorgungsverantwortung. Auch unsere Mitarbeitenden wissen, dass gerade jetzt ihr Wissen, ihre besonderen Erfahrungen und ihre Professionalität gebraucht wird.“, zeigt sich Dr. Bracht beeindruckt und weiß, worauf es auch auf Leitungsebene ankommt: „Gerade in Krisenzeiten zeigt sich wer tatsächlich Verantwortung übernimmt. Wer Verantwortung übernimmt und Entscheidungen trifft, geht immer auch ein Risiko ein. Ohne mutige Entscheidungen kann aber keine Krise bewältigt werden“.

Während die Öffentlichkeit immer mutiger über eine Lockerung der Schutzmaßnahmen diskutiert, befinden sich die Krankenhäuser weiterhin im Krisenmodus wohlwissend, dass die größte Belastungsprobe mit den schrittweisen Lockerungen noch bevorsteht. Um dauerhaft die hohe Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser und ihrer Beschäftigten sicherstellen zu können, brauchen sie auch die gesamtgesellschaftliche und politische Unterstützung. #WirFürEuch, bedeutet eben auch ein ernsthaftes Eintreten der Politik, wenn es darum geht, die materiellen Voraussetzungen für eine Krisenfeste Krankenhausversorgung zu sichern.

Der sogenannte Rettungsschirm war nur ein notwendiger erster Schritt. Er berücksichtigt aber nicht die unterschiedlichen Versorgungsrollen der Krankenhäuser. Im weiteren Verlauf braucht es jedoch eine angemessene Vergütung für die tatsächlich geleistete Arbeit und eine differenzierte Betrachtung der Erlösausfälle entsprechend der jeweils bereitgehaltenen Versorgungsangebote. Das erwarten zurecht auch die Mitarbeitenden, die endlich als maßgeblicher Erfolgsfaktor wahrgenommen werden.

„Eine fundierte Analyse der erbrachten Leistungen und der Auswirkungen auf das jeweilige Budget wird von uns sehr begrüßt“, zeigt sich Schüttig vom jüngsten Gesetzentwurf aus dem BMG erfreut. Fehlanreize, wie im Rahmen des Rettungsschirmes sind dringend zu vermeiden. So ist die Vergütung für jedes leere Bett gleich, egal ob es auf einer Intensivstation oder einer Normalstation steht. Und für ein leeres Bett wird mehr vergütet als für einen Covid-19 Patienten mit leichtem Krankheitsverlauf. „Insbesondere wenn die Zahlen der Covid-19-Patienten wieder zurückgehen, werden es gerade die Krankenhäuser im Wettbewerb schwer haben, die heute den größten Teil der Versorgung organisieren“, verweist Schüttig auf die umfangreichen organisatorischen Veränderungen in den AKG-Kliniken. Während Krankenhäuser ohne Corona-Patienten dann die elektiven Patienten unter sich neu verteilen, werden andere noch deutlich länger mit der Krisenbewältigung gebunden sein.

Die Unterstützung der Bevölkerung ist eine wertvolle Grundlage für die Arbeit der Krankenhäuser. Wir gehen davon aus, dass der Öffentlichkeit in einer solchen Krise durchaus bewusst wird, welche Institutionen welchen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten bereit und im Stande sind. #WirFürEuch ist dabei Mahnung und Versprechen zu gleich.

Pressekontakt

Arbeitsgemeinschaft Kommunaler Großkrankenhäuser e.V.

Pressesprecher: Steffen Ellerhoff

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