Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser Aktuelles

Auch in der Pädiatrie braucht es Versorgungsstufen

Ohne Strukturreformen keine auskömmliche Finanzierung

Pädiatrie ist nicht gleich Pädiatrie

AKG-Podcast: tinyurl.com/politik-trifft-wirklichkeit

 

Die Vorschläge der Regierungskommission für eine auskömmliche Finanzierung in der Pädiatrie gehen von der fehlerhaften Grundannahme aus, dass die bestehenden Strukturen bedarfsgerecht und tragfähig sind. Tatsächlich leiden viele pädiatrischen Kliniken und Abteilungen nicht nur unter den schwierigen Finanzierungsbedingungen, sondern auch unter großem Personalmangel. Beides ist kurzfristig nicht ohne eine grundlegende Neuausrichtung zu lösen. Die Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser e.V. (AKG-Kliniken) appelliert deshalb an den Gesundheitsminister und die Regierungskommission Finanzierungs- und Strukturreformen gemeinsam voranzutreiben.

Die Aussicht auf zusätzliche finanzielle Mittel in der Pädiatrie sorgt bei den Kinderärztinnen und Kinderärzten in den Kliniken berechtigterweise für große Hoffnung. Dabei wird jedoch auch auf die bisher unzureichenden Strukturen für eine flächendeckend hochwertige Versorgung von Kindern hingewiesen. „Eine qualitativ hochwertige Versorgung von Knochenbrüchen bei Kindern muss überall in Deutschland in kürzester Zeit erreichbar sein“, betont Dr. Oliver Loose, Kinderorthopäde in einem kommunalen Maximalversorger im aktuellen AKG-Podcast. Gleichzeitig verweist er aber auch auf die unzureichenden universitären Strukturen in der Kinderorthopädie. „Pädiatrie ist eben nicht gleich Pädiatrie fasst Nils Dehne, Geschäftsführer der AKG-Kliniken, dann auch treffend zusammen.

Aus Sicht der AKG-Kliniken reichen die vorliegenden Ergebnisse der Regierungskommission für die Ermittlung von fallunabhängigen Pauschalen in der Pädiatrie noch nicht aus. „Die Debatte ist damit keinesfalls beendet, sondern fängt jetzt erst an“, betont Dehne und führt aus: „Wir brauchen Klarheit darüber, welche Versorgung an welchem Standort und mit welchen strukturellen Anforderungen gebraucht wird.“ Auch in der Pädiatrie braucht es aufeinander aufbauenden Versorgungsrollen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und unterschiedlicher Ausstattung sind sich Loose und Dehne dann auch einig und zeigen so, wie ein Kompromiss aus medizinisch wünschenswerten und finanziell sowie personell tragfähigen Rahmenbedingungen aussehen kann. Einigkeit besteht auch darin, dass dafür eine Kombination aus Vorhaltekosten je Bett und Versorgungspauschalen auf Basis der zu behandelnden Kinder einer Region aus den Vorschlägen der Regierungskommission am ehesten geeignet ist.

Das aktuelle Kräftemessen zwischen dem Gesundheitsministerium und dem Finanzministerium verdeutlicht die Grenzen der Gesundheitspolitik und führt bei vielen Menschen in der Versorgung zu Enttäuschungen. So äußert der Kinderarzt Loose, sicherlich stellvertretend für viele Mitarbeitende in den Krankenhäusern, seine Hoffnung auf eine gänzliche Abkehr von den ungeliebten Fallpauschalen in der Krankenhausfinanzierung. „Niemand möchte, dass sein Kind im Krankheitsfall zu einem Teil wirtschaftlicher Kalkulationen wird“, bringt er die Stimmung auf den Punkt. Mit den jüngsten Äußerungen des Gesundheitsministers im Bundestag erhalten derartige Hoffnungen neuen Nährboden. AKG-Geschäftsführer Dehne zeigt Verständnis für diese Perspektive und verweist bewusst pointiert auf die notwendige gesellschaftliche Prioritätensetzung: „In einem System mit begrenzten Ressourcen müssen wir uns als Gesellschaft entscheiden, ob wir zusätzliches Geld in die Versorgung unserer kranken Kinder oder in die Betreuung der gesunden Kinder stecken wollen“. In diesem Spannungsfeld nehmen die kommunalen Großkrankenhäuser seit je her eine vermittelnde Rolle auf allen Ebenen der Versorgung und der Gesundheitspolitik ein. 

Pressekontakt

Arbeitsgemeinschaft Kommunaler Großkrankenhäuser e.V.

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