Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser Aktuelles

Onkologische Zentren brauchen Planungssicherheit

Versorgung onkologischer Patienten in Zentren nur durch Vorleistung kommunaler Großkrankenhäuser möglich. AKG begrüßt klare Strukturanforderungen als Grundlage für eine qualitätsorientierte Krankenhausvergütung der Zukunft.

 

Zentren sind Teil der Hausaufgaben des G-BA
Mit dem Pflegepersonalstärkungsgesetz wurde der G-BA im November 2018 durch den Gesetzgeber zur Festlegung besonderer Aufgaben von Zentren beauftragt. Diese sind Grundlage zur Vereinbarung von Zuschlägen im Rahmen der Krankenhausfinanzierung. Damit ist endlich die jahrelange Hängepartie zwischen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV-SV) beendet, die eine qualitativ hochwertige Versorgung von onkologischen Patienten beeinträchtigt. Nun obliegt dem G-BA die verantwortungsvolle Aufgabe, mit klaren Strukturvorgaben die Grundlage für eine qualitätsorientierte Krankenhausvergütung ab 2020 zu schaffen.

 

Kommunale Großkrankenhäuser gehen in der Tumorversorgung voran

Vor dem Hintergrund der stetigen Zunahmen von Tumorerkrankungen in Deutschland haben die kommunalen Großkrankenhäuser gemeinsam mit den onkologischen Fachgesellschaften ein flächendeckendes Netz von Zentren in der Tumorversorgung für die Bevölkerung aufgebaut. Bundesweit betreiben die Mitgliedshäuser der AKG 186 zertifizierte Zentren für alle Arten von Tumorerkrankungen. Die nachweisbare Leistung und Qualität der Zentren entsprechen denen vom Gesetzgeber gewünschten Anforderungen und zeigen signifikante Vorteile und Nutzen für Patienten, die in diesen zertifizierten Zentren behandelt werden.

 

Zusatzaufgaben werden durch Krankenhäuser getragen

Die Zentrenbildung ist wesentlich in Vorleistung durch die Krankenhäuser erbracht worden. Die besonderen Leistungen von Zentren werden bis heute trotz gesetzlicher Verankerung weder sach- noch leistungsgerecht vergütet. Die grundsätzlich implementierten Versorgungs- und Vergütungsformen für transsektorale Zusatzleistungen sind nicht wirksam und flächendeckend umgesetzt. Neben den Verständigungsproblemen der Selbstverwaltung auf Bundesebene, tragen unterschiedliche Vorgehensweisen der zuständigen Landesplanungsbehörden und eine Verweigerungshaltung der lokalen Verhandlungspartner ihren Teil zu diesem untragbaren Zustand aus organisatorischer Verunsicherung, wirtschaftlicher Verantwortungslosigkeit und medizinischer Hilflosigkeit bei.

 

Zentrenfinanzierung soll sich am Patientennutzen orientieren

„Mit sektor- und einrichtungsübergreifenden Tumorkonferenzen, Tumor-dokumentationssystemen, Spezialsprechstunden und diversen Koordinations- und Weiterbildungsaufgaben übernehmen die kommunalen Großkrankenhäuser mit ihren Zentren einen wesentlichen Beitrag für eine qualifizierte Patientensteuerung nach transparenten und qualitätsorientierten medizinischen Kriterien“. „Für eine nachhaltige Weiterentwicklung dieser Strukturen bedarf es eines neuen Systems zur Definition, Finanzierung und Planung von Zentren“, betont der AKG-Vorsitzende Dr. Matthias Bracht die grundlegende Relevanz des Themas.

 

„Wir wünschen uns zum Start der Beratungen im G-BA einen konstruktiven und ergebnisorientierten Dialog“, betont Helmut Schüttig AKG Geschäftsführer. „Eine qualitätsorientierte Krankenhausstruktur benötigt eine verlässliche und transparente Finanzierung, diese kann jetzt für die onkologischen Zentren auf den Weg gebracht werden. Diese Chance sollte unbedingt genutzt werden. Wir stehen bereit, um hier einen konstruktiven inhaltlichen Beitrag zu leisten.“

 

Aus AKG Sicht müssen folgende Punkte unbedingt berücksichtigt werden:

 

  • Eine eindeutige und abschließende Definition von besonderen Aufgaben und Strukturanforderungen eines Zentrums,
  • einheitliche und verbindliche Anerkennungs- und Akkreditierungsverfahren mit langfristiger Planungssicherheit,
  • ein qualitätsorientiertes Auswahlverfahren für eine zielgerichtete Kapazitätsentwicklung unter Einbindung der Landesplanungsbehörden,
  • einen transparenten und verlässlichen Finanzierungsrahmen der besonderen Aufgaben
  • und eine vollständige Refinanzierung der Strukturanforderungen im Sinne einer bedarfsplanerischen Kapazitätsvorhaltung.

Pressekontakt

Arbeitsgemeinschaft Kommunaler Großkrankenhäuser e.V.

Pressesprecher: Steffen Ellerhoff

Fon: 0511 906 6500
E-Mail: steffen.ellerhoff@akg-kliniken.de